Uni Paderborn verschenkt Netbooks
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By netbook-magazin | 7 KommentareKommentar hinterlassen
Zuletzt updated: Mittwoch, Mai 27, 2009

Studenten, die ab dem Wintersemester neu an der Universität Paderborn lernen, erhalten zum Studienbeginn ein kostenloses Netbook geschenkt. Das Netbook soll geziehlt in die Lehrveranstaltungen eingebunden werden. Via Netbook sollen die Studenten Zugang zum Assistenzsystem für Universität und Lehre (PAUL) der Universität erhalten.
Laut Universitätspräsendent Prof. Dr. Nikolaus Risch werden die Netbooks gesponsert und nicht von der Bildungseinrichtung bezahlt. Die Studierenden sollen auswählen können zwischen einem Netbook mit Windows und einem Modell mit Linux. Welches Modell die Uni beschaffen wird, lässt man derzeit in einer Auschreibung feststellen.

Interview mit Prof. Dr. Nikolaus Rich aus der Paderborner Universitätszeitschrift

Frage: „Die Universität Paderborn erzeugt Aufmerksamkeit mit der Aktion „Deine Universität in Deiner Tasche“. Sie wollen die Studienanfänger des kommenden Wintersemesters kostenfrei mit Netbooks ausstatten. Warum starten Sie diese Aktion?“

Antwort: „Die Universität Paderborn ist mit ihrem Leitbild und dem Alleinstellungsmerkmal „Die Universität der Informationsgesellschaft“ in der deutschen Hochschullandschaft fest verankert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Fortentwicklung der Informationsgesellschaft in Hinblick auf Studium und Lehre. Mit PAUL, dem Paderborner Assistenzsystem für Universität und Lehre, haben wir ganz aktuell in diesem Jahr eine zentrale Organisations-, Informations- und Aktionsplattform geschaffen, mit der alle Bachelor- und Masterstudiengänge transparent, schnell und unkompliziert begleitet und administriert werden können. Paderborn gehört damit zu den bislang noch wenigen Universitäten, die einen derartigen Weg eingeschlagen haben. Wir wollen ihn möglichst konsequent gehen und statten u. a. deshalb im nächsten logischen Schritt alle Studienanfänger des Wintersemesters 2009/2010 mit Netbooks aus. Das Studium soll von Anfang an mit modernster Technologie optimal organisiert werden können. Natürlich ist jedermann klar, dass man eine Universität nicht in der Tasche tragen kann. Unser etwas provozierender Slogan soll signalisieren, dass wir uns eine innige Verbundenheit unserer Studierenden mit ihrer Universität wünschen und dafür auch bereit sind, die Voraussetzungen zu schaffen – übrigens nicht nur auf diesem Feld!“

Frage: „Was für ein Netbook wird es sein?“

Antwort: „Wir setzen auf ein top-aktuelles 10-Zoll Netbook, das wahlweise mit den Betriebssystemen Windows oder Linux genutzt werden kann. Wegen seiner angenehmen Größe lässt es sich problemlos transportieren und wirkt im Betrieb vergleichsweise dezent.“

Frage: „Können Sie genauere Angaben machen? Welcher Hersteller wird es sein und welche Kosten werden entstehen?“

Antwort: „Dies werden wir erst nach Abschluss der laufenden Ausschreibung sagen können, die bei Beschaffungen dieser Größenordnung verpflichtend ist. Aber eines kann ich Ihnen schon heute versichern: Es wird ein optimales Kosten-Leistungsverhältnis geben.“

Frage: „Ist ein Netbook nicht nur eine Spielerei – vor allem vor dem Hintergrund, dass sehr viele Studienanfänger schon ein eigenes Notebook besitzen?“

Antwort: „Es ist keinesfalls eine Spielerei, sondern es handelt sich um eine innovative technische Infrastruktur, die wir unseren Studienanfängern auf diesem Weg zur Verfügung stellen. Das Netbook wird auf den täglichen Gebrauch in der Universität ausgelegt und von Beginn an im hochschulweiten Funknetz einsetzbar sein. Für unsere Studienanfänger wird die Nutzung der Netbooks für vor- und nachbereitende Notizen zu den Lehrveranstaltungen, für Präsentationen in Übungen und Seminaren, für die Kommunikation mit Kommilitonen in den Lerngruppen – also in ihrem Studienalltag – zum Standard werden. Für darüber hinausgehende umfangreiche Berechnungen und Optimierungsaufgaben stehen den Studierenden in den Poolräumen der jeweiligen Fakultäten besonders leistungsfähige stationäre Rechner zur Verfügung. Deren Verfügbarkeit wird durch Verwendung von Netbooks für Standardaufgaben übrigens erheblich verbessert. Wir gehen auch hier als Universität den Schritt in ein modernes Studium und ich vermute, dass viele andere Hochschulen folgen werden.“

Frage: „Wer hat die Entscheidung für diese Aktion getroffen und wer ist die Zielgruppe?“

Antwort: „Das Präsidium hat in Vorbereitung seiner Entscheidung die Dekane aller fünf Fakultäten und auch den Hochschulrat einbezogen. Auch eine stichprobenartige Befragung von Studierenden und auch von potenziellen Studierenden hat eine große Zustimmung signalisiert – bei einigen sogar Begeisterung. Natürlich wollen wir mit dieser Aktion auch überregional Zeichen setzen und gute Studierende aus ganz Deutschland und darüber hinaus auf die Universität Paderborn aufmerksam machen und versuchen, sie von der Qualität unseres Gesamtkonzepts zu überzeugen.“

Frage: „Sie beziehen sich auf Ihr Leitbild als „Die Universität der Informationsgesellschaft“ – aber es scheint doch ein Geschenk für die Studierenden zu sein – was hat die Universität davon?“

Antwort: „Natürlich profitiert die Universität als Ganzes von dieser Aktion. Nur ein Beispiel: Wir bauen zurzeit eine alltagstaugliche e-learning Plattform auf, auf der die unterschiedlichen Lehr- und Lerninhalte aller Fakultäten verfügbar werden. Die Erfahrungen der Netbook-Nutzung in den Seminaren und Übungen werden maßgeblich zur Weiterentwicklung der e-learning Potenziale beitragen. Ich freue mich schon jetzt auf den Erfahrungsaustausch mit den Studierenden, um mit e-learning die Lehre weiter zu verbessern! Ich bin übrigens ganz sicher, dass Lehrende und Lernende durch einen kreativen Einsatz von Netbooks ganz zwanglos neuartige Lehr- und Lernformen ausprobieren und entwickeln werden.“

Frage: „Warum statten Sie nur die Studienanfängerinnen und -anfänger mit den Netbooks aus? Ist das eine einmalige Marketing-Aktion?“

Antwort: „Sicherlich wäre es gut, alle Studierenden ausstatten zu können. Aber wir gehen hier ganz pragmatisch zunächst einmal den ersten Schritt. Außerdem befinden wir uns in einer Art Testphase. Wir wollen die technische Infrastruktur für unsere Studierenden immer weiter verbessern und es wird auf jeden Fall keine einmalige Maßnahme bleiben. Aber genau aus diesem Grunde werden wir die technischen Weiterentwicklungen genau beobachten und alle Erfahrungen gründlich auswerten, bevor wir weitere Entscheidungen treffen. Unser Ziel ist klar. Wir wollen eine optimale Studienorganisation – und zwar für alle unsere Studierenden.“

Frage: „Wie finanziert die Universität die Ausstattung mit den Netbooks? Werden hier Studienbeitragsmittel eingesetzt?“

Antwort: „Es werden weder Studienbeitragsmittel verwendet noch wird der Hochschuletat belastet. Ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, mich bei allen Sponsoren zu bedanken, die diese Aktion möglich gemacht haben.“

Kommentare

7 Kommentare
  1. Mukki
    2. Juni 2009

    Ich kann mir nicht mal einen Gebrauchten Rechner leisten, aber Studenten bekommen neben zig Rabatten von Microsoft auch noch nen Netbook. Tolle Welt.

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  2. Zebra
    14. Juni 2009

    Studenten geht es ja auch so wahnsinnig gut mit durchschnittlich 400 Euro im Monat. Auch wenn ich als Student im 4. Semester davon überhaupt nicht profitiere und ich die Gelder gern in andere Dinge investiert gesehen hätte, so Neider wie du sind wirklich traurig.

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  3. PAUL
    15. Juli 2009

    Is ja nicht so das die studenten das in den arsch geschoben bekommen. Die Uni Paderborn verlangt studiengebühren 500€ + 200€ semestergebühren. Wer die sponsoren sind ist bis heute nicht klar. Und wer sagt mir denn, dass die sponsorengelder nicht nur umgeschichtet werden und sich die lücke nur noch mit studiengebühren schließen lässt. Viele hier an der uni stehen der sache sehr skeptisch gegenüber, weil am ende bezahlen sicherlich die leute indirekt. Geschenkt wird einem hier jedenfalls nix…

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  4. Peter
    27. Juli 2009

    Es wird ja eh gemunkelt, dass gar keine Sponsoren vorhanden sind/waren und erst du die Pressemeldung Sponsoren gefunden werden sollte. Was tut man nicht alles um die Anzahl von Studienanfängern/Studierenden konstant zu halten…

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  5. murczel
    29. September 2009

    Hmmm, aufs Gymnasium gehen, anstrengen, Abitur machen und dann studieren und sich dann nicht beschweren.

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  6. blub
    1. Januar 2010

    @Mukki:
    Studenten bezahlen auch etwa 2-3 Netbooks pro Semester an Studiengebühren, die aufgrund einiger sinnloser Regelungen an den meisten Unis nicht mal sinnvoll ausgegeben werden (können). Insofern: Prima Aktion, hoffentlich gibts das bei uns auch bald.

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  7. Stifli
    9. Januar 2010

    Die sollen mal was anständiges lernen..und nich den ganzen Tag in irgendwelchen Cafes sitzen, Caffee Latte trinken und überall erzählen das sie studieren. (meist dan schon im 100sten Semester…toll

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